Mittwoch, 14. April 2010

3000km durch die Mitte

Von Bergen, Aboriginies und roten Felsen
Hallo Welt,
als ich mich eben daran machen wollte meinen Blog auf den neuesten Stand zu bringen ist mir klar geworden wie sehr ich ihn ( und damit euch) vernachlässigt habe. Als Entschuldigung kann ich nur anbringen, dass ich ihn den letzten Tagen bzw. Wochen über 3000km durchs Land gereist bin und ständig gefordert war. Nach meiner Rückkehr nach Melbourne und ein paar relaxten Tagen, die ich teilweise nochmal mit Sightseeing oder im Casino zubrachte ( Poker macht wirklich Spass), versuchte ich eine Mitfahrgelegenheit nach Adelaide zu erhaschen. Leider war mir Fortuna nicht ganz wohl gesonnen und meine selbst gesetzte Deadline rückte immer näher, nach deren Ablauf ich den Zug nehmen wollte. Es kam dann doch noch ein kleines Licht am Ende des Tunnels, in Form einer Holländerin, die mich in ihrem Auto zwar nicht mit nach Adelaide aber dafür auf einen Abstecher in die Grampiens ( im Hinterland) mitnehmen wollte. So verbrachten wir dort 3 schöne Tage mit Campen, wandern und kochen über dem Lagerfeuer, wobei das Highlight definitiv der Sonnenuntergang vor Mt. Hollow war. In Melbourne zurück buchte ich dann den Zug, genannt „Overland“, von Melbourne nach Adelaide. Die Fahrt war recht entspant und verging fast wie im Flug, und so kam ich nach 900km und 12h Fahrt in Adelaide an: Außentemperatur 35°, gefühlt 40°. Da ich von der Hauptstadt von South Australia nicht viel erwartet hatte war ich eigentlich recht positiv überrascht. Eingebettet zwischen Fluss und Meer bot die ziemlich sauberer und quirlige Stadt tolle kostenlose Angebote, wie einen Fahrradverleih oder unzählige Museen. So verbrachte ich dort ca. eine Woche, wobei ich viele viele nette Menschen treffen durfte, die oft sehr interessante Stories oder Lebensläufe zu bieten hatten, vom israelischen Fotografiestudenten bis hin zum halb italienisch-halb deutschen Manager, der mit 42 die Arbeit an den Nagel gehängt hat um Australien einmal per Fahrrad zu umrunden. Führ die Weiterfahrt nach Alice Springs, auch The Red Centre genannt, hatte ich schon einen Platz im Campervan zweier Engländer gesichert, deren Motor dann aber leider am Morgen vor der Abfahrt wortwörtlich explodierte. Lange Rede kurzer Sinn, es sollte einmal wieder der Zug werden, diesmal mit dem verheißungsvollen Namen „ The Ghan“. 1500km von Adelaide nach Alice Springs durch die Wüste. Ich hatte mcih schon auf eine recht lange und triste Fahrt eingestellt, wobei ich nicht damit gerechnet hätte, dass auf dem Platz neben mir ein Deutscher aus der Nähe von Neibsheim sitzen würde, Zufälle gibt es. Alice Springs ist leider eine sehr langweilige, öde Stadt, die die Aboriginiproblematik ziemlich deutlich präsentiert. Morgens um 10 schon völlig betrunken, sammeln sich die Ureinwohner scharenweise vor dem Supermarkt um dann in der Nacht arme Touristen auszurauben, weshalb man nichteinmal in der Gruppe nachts alleine hätte rumlaufen können. Das Umland von Alice Springs hat dafür um so mehr zu bieten. Uluru, Kings Canyon und die Olgas. Wer schon jemals etwas von Australiens Outback gehört hat, wird sich an diese Worte erinnern können. Ich möchte hierzu nicht allzuviel schreiben, außer, dass ich drei sehr eindrucksvolle Tage im Outback erleben konnte, und möchte hierbei einfach die Bilder sprechen lassen. Viel Spass ;-) Die nächsten 1500km fuhr ich zusammen mit einem französischen Paar und erneut einer Holländerin durch die Wüste nach Darwin, wobei wir noch das Ende der Regenzeit miterleben durften und vom 45° feuchten Tropenklima bis hin zu Tropischem Regen alles hatten. Der Wüste hats gefallen; grün ohne Ende. Da ich euch nicht überstrapazieren möchte solls dass auch schon gewesen sein. Im Moment suche ich nach einem günstigen Flug nach Asien, wobei es wahrscheinlich Denpasar ( Bali) werden wird.
Der Countdown läuft, ..noch 3 Wochen am anderen Ende der Welt.
Euer Jonas
Bilder -> : http://www.flickr.com/photos/41053376@N05/ ( nicht vergessen auf Seite zwei weiterzublättern)