Mittwoch, 17. März 2010

Overlandtrack und Ostküste von Tasmanien

Hier meldet sich mal wieder euer Reisender vom anderen Ende der Welt um euch zu berichten, was sich so in den letzten Tagen und Wochen abgespielt hat.
Nachdem ich den Entschluss gefasst hatte den Overlandtrack wandern zu wollen ( 80km durch die tasmanische Wildnis) schaltete ich eine Anzeige online um einen Wandergefährten zu finden. Nach ein paar Tagen hat sich dann Ben, ein 26 jähriger deutscher Lehreranwärter, bei mir gemeldet und wir beschlossen, ohne uns vorher je gesehen zu haben, zusammen durch die Wildnis zu streifen. Da er in Devonport mit der Fähre ankam und wir sowieso noch ein paar Ausrüstungsgegenstände und vorallem Futter einkaufen mussten, nahm ich den Bus um ihn dort zu treffen. Wir verstanden uns glücklicherweise recht schnell und trampten dann Sonntags gemeinsam los, da wir die 80 Dollar Busgebühr von Devonport nach Craidle Valley sparen wollten. Nach 4 Stunden und 4 verschiedenen Autos hatten wir die 90km schneller als gedacht geschafft und verbrachten dann dort eine klirrendkalte Nacht im Zelt, wobei ich meinen dicken Winterschlafsack schmerzlich misste. Nach einer schönen 16km Tagestour am Montag, durften wir dann am Dienstag endlich losziehen, da unsere Lizenz ( es gibt eine Beschränkung auf 34 Wanderer am Tag) nun erst gültig war. Unsere Rucksäcke waren die ersten Tage leider schrecklich schwer, da wir doch recht viel Essen dabei hatten und somit geschätzte 16kg schleppen mussten, was sich an den ersten Anstiegen wie 250kg anfühlte.Der Track war sehr schön und abwechslungsreich. Es gibt einen "Haupttrack" auf dessen Pfad sich einfache Holzhütten befinden, die ohne Wasser oder Strom nur gegen die Kälte nachts helfen sollen, und immer wieder sehr schöne Nebentracks, die zu Wasserfällen, glasklaren und klirrendkalten, wie wir feststellen mussten, Seen und Bergen führen. Wir liefen meistens zwischen 17 und 23 km am Tag, was je nach Gelände ( teilweise gab es richtige Kletterpartien) und Gefälle sehr anstrengend sein konnte. Abends wurde dann auf dem kleinen Gaskocher ein Fertiggericht gekocht, wobei der Untergang der Sonne normalerweise auch den Tag beendete, da man ohne Licht sich automatisch schlafen legte. Wir verbrachten die Nächte abwechselnd im Zelt oder in den Holzhütten und waren, nachdem wir noch zufällig einen Deutschen trafen, mit dem ich in Sydney zusammen gearbeitet hatte, zu dritt unterwegs. Nach 85km, in 5 Tagen kamen wir dann glücklich in Lake St.Clair an und freuten uns riesig auf richtiges Essen und Duschen. Nachdem wir nach Hobart getrampt hatten lernten wir dort schnell den Iren Mike kennen und ein deutsches Mädel, namens Sabine, mit denen wir uns zusammen ein Auto mieteten ( wie sich später herausstellen sollte, bekamen wir einen nagelneuen silbernen Jeep) und gemeinsam die Ostküste herunterfuhren. Vorbei an schönen Stränden und einsamen Buchten hatten wir jeden Abend ein schönes Lagerfeuer über dem wir unser Essen zubereiteten und die Nächte wieder im Zelt verbrachten. Höhepunkte hiervon waren absolut die Wineglass-Bay und die Bay of Fire, die ihr in den Bildern bestaunen dürft.
Im Moment bin ich wieder zurück in Melbourne und versuche eine Mitfahrgelegenheit nach Adelaide zu bekommen, von wo aus ich nach Alice Springs weiterreisen möchte.
wer es geschafft hat bis hierhin zu lesen, darf sich jetzt, wenn er will, mit ein paar Bildern belohnen ;-)
http://www.flickr.com/photos/41053376@N05/

euer Jonas

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