Raus aus der Großstadt und ab in die Wildnis. So oder so ähnlich könnte man den Ortswechsel Melbourne -> Tasmanien wohl beschreiben, den ich mittags am 8. Februar gemacht habe. Nachdem ich mich von Toms Familie verabschiedet hatte, machte ich mich daran mit Sack und Pack zum Flughafen aufzubrechen, wobei ich seit längerem mal wieder auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen war, da wir unseren Van "Daisy" zuvor an andere deutsche Backpacker verscherbelt hatten ( ob die wohl bald merken, dass wir die ganzen Rostlöcher nur überpinselt haben ? ^^). Ich musste leider schnell feststellen, dass das Gewicht meiner Ausrüstung auf kaum mehr tragbare 22kg großer Rucksack + 9 kg kleiner Rucksack angewachsen war, die ich im Schweiße meines Angesichtes durch U-Bahn und Bus schleppen durfte. Ich sah in der Tat aus wie ein überladener Packesel, was einfach daran liegt, dass man in 4 Monaten Roadtrip so einiges ansammelt, das man im Auto verstaut, nur später dann beim Schultern des Rucksacks plötzlich schmerzlich realisiert, was es heißt, zwei oder drei kg mehr tragen zu müssen. Da ich natürlich eine billig Airline gebucht hatte, die keine Gnade walten lässt bei jungen, überladenen Backpackern, teilte mir der Herr am Check-In freudig mit, dass ich solange umpacken müsse, bis ich die Grenzen einhalten würde. Nun denn, gestopft, gedrückt, gezottelt. Nach 30min wog mein Rucksack nur noch 20kg, wobei dadurch mein Handgepäck nach Adam Riese auf 11kg angewachsen war, aber no worries. Das Handgepäck wird normal nicht gewogen ( auch wenn nur 7 kg erlaubt sind). Nach einer Stunde Flug mit viel zu wenig Beinfreiheit kam ich in Launceston an ( hierbei nochmal an meinen lieben Bruder David, man spricht es wirklich Lonseston aus :-P ), wo mich glücklicherweise schon Martin in Empfang nahm. Kurz zur Erklärung, Martin ist Elke Sommers Bruder, mit der ich gemeinsam im proVocal in "Minze" singe, so hat es sich ergeben, dass ich mit ihm Kontakt aufnahm, um bei ihm auf seiner kleinen "Farm" woofen zu können. Woofen steht für -> willing workers on organic farms, und bedeutet so viel wie, "arbeite 3-5h täglich auf einem biologischen Bauernhof und bekomme dafür dein Essen und Unterkunft freigestellt." Martin ist nach einem seiner vielen Trips um die Welt in Australien sozusagen hängengeblieben und wohnt hier nun schon seit mehr als 25 Jahren in Tasmanien 30min weg von der nächsten kleinen Ansiedlung, mitten in den Bergen in der Nähe eines kleinen Sees. So kümmern wir uns jeden Morgen zuerst um die Kühe und Pferde, die ihre Koppel umgesteckt bekommen, wobei wir den Mist aufladen und Martins Würmern zu fressen geben, die er züchtet. Kompostwürmer für den Verkauf ;-). Danach arbeiten wir meistens etwas handfesteres und spalten Holz bzw. türmen es zu schönen Wänden auf, damit es gut trocknen kann. Die Bilder machen das ganze etwas verständlicher, glaube ich. In den nächsten Tagen möchte ich mich wahrscheinlich von hier verabschieden und den 80km langen Overland Track wandern, einer der bekanntesten Wanderwege Australiens, danach gibt es wieder mehr.
liebe Grüße
wer etwas von schönen Berglandschaften, Kompostwürmern, oder meinem Ausflug nach Davenport sehen möchte, ist eingeladen sich durch die Bilder zu klicken.
http://www.flickr.com/photos/41053376@N05/
euer Jonas
Samstag, 20. Februar 2010
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